Linz, Freitag 10. September 2010

Präsident KR Franz Penz:
„Man muss die Menschen mögen!“
Kommerzialrat Franz Penz, Chef der gleichnamigen Modehäuser an der Linzer Landstraße, ist Präsident des Kaufmännischen Vereines Linz. Im aktuellen Interview spricht er über die Wirtschaft im Allgemeinen, Erfolgsphilosophien und Strategien für die Zukunft.
Herr Penz, warum sind Sie in einer schwierigen Branche, nämlich der Textil- und Modebranche mit einem Familienbetrieb so erfolgreich? Die meisten dieser traditionellen heimischen Unternehmen gibt es ja nicht mehr.
„Ich weiß nicht, ob unsere Branche so besonders schwierig ist. Es ist insgesamt nicht so schwer, wenn man das eigene Geschäft ernst nimmt und sich wirklich dahinter kniet, gleichzeitig eine gewisse Ausbildung hat und auch ständig nach Verbesserungsmöglichkeiten Ausschau hält – dann ist man erfolgreich. Ich glaube vielmehr, jede Branche und jede Sparte ist schwierig, egal ob das der Handel oder etwa das Gewerbe ist.“
Was ist Ihre Unternehmensstrategie?
„Eine erfolgreiche Unternehmensstrategie – das gilt übrigens für mein eigenes Unternehmen ebenso wie für den Kaufmännische Verein – ist auf fünf bis zehn Jahre angelegt. Für diesen Zeitraum kann man Strukturen planen, Weichen stellen, Wege einschlagen. Längerfristige Überlegungen sind in der heutigen, schnelllebigen Zeit kontraproduktiv.“
Sie sind nicht nur als Unternehmer und Präsident des KV, sondern auch Spartenobmann in der Wirtschaftskammer sehr erfolgreich. Warum tun Sie sich das alles mit dieser Energie an?
„Ich bin sicher, das Geheimnis ist eigentlich ganz profan und schon oft strapaziert: Ich liebe es, mit Leuten beisammen zu sein, zu kommunizieren. Entweder einer hat das oder nicht: Als erfolgreicher Kaufmann muss man die Menschen mögen. Egal ob Kunden, Mitarbeiter, Geschäftspartner – man muss die Menschen grundsätzlich lieben.“
Wie sind Sie mit dem Geschäftsjahr 2008 im KV zufrieden?
„Insgesamt bin ich eigentlich sehr zufrieden, Die Auslastung der Räumlichkeiten ist leicht gestiegen. Der einzige, dafür aber riesige Wermutstropfen ist der Baustillstand – ein unglaublich hoher Schaden für uns.“
Was erwarten Sie sich für das Jahr 2009?
„Viel, auch im Hinblick auf Linz ´09. Ich bin zwar nicht so euphorisch wie viele andere in dieser Stadt, aber ein gewisses Interesse und vor allem Anfragen haben wir schon. Für uns wird jedoch 2009 allein schon wegen der Fertigstellung des Zubaus ein historisches Jahr. Mit Ende 2009 steht der Kaufmännische Verein völlig neu da.“
Welche Strategie legen Sie während Ihrer Amtszeit als Präsident für den Kaufmännischen Verein fest?
„Gottseidank haben wir positiven Zuwachs, die Mitgliederzahl steigt regelmäßig. Trotzdem darf man nicht stehen bleiben. Wir wollen den KV mit dementsprechender Nachwuchsarbeit weiterentwickeln. Mit der „Strategie 2020“ – so nennen wir unser Nachwuchsprojekt – wollen wir die junge Zielgruppe ansprechen. Dazu stellen wir auch in unserer eigenen Führungsmannschaft ein junges Team, das weitgehende Freiheiten hat und eigene Ideen verwirklichen wird. Wir werden in Zukunft auch – neben unseren klassischen Mitgliedern, den Selbständigen – vermehrt Führungskräfte aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Leben ansprechen.
Zur kaufmännischen Strategie ist zu sagen, dass wir nach den großen Investitionen durch Zubau und Tiefgarage ganz neue Möglichkeiten für die nächsten zehn Jahre anbieten können. Damit können wir auch unseren Verpflichtungen besser nachkommen und eine stärkere Auslastung sowie mehr Tagesgeschäft erzielen.“
Herr KR Penz, wir danken für das Gespräch.
Franz Penz als Person
Ihr Lebensmotto?
„Bringe Dich immer dort ein, wo es notwendig ist und gebe dort das Beste. Dieses „Carpe diem – Nütze den Tag und sei effizient“ meine ich aber nicht nur beruflich.“
Was schätzen Sie bei Menschen am meisten?
„Ehrlichkeit und Loyalität, aber auch Kritikfähigkeit, vor allem bei meinen Mitarbeitern. Ich schätze es sehr, wenn ein Mitarbeiter mitdenkt, kein ewiger Ja-Sager ist, sondern konstruktiv mitarbeitet und mir auch ruhig seine Meinung sagt. Denn auch ich habe ja nicht die Weisheit mit dem Löffel genommen.“
Was verabscheuen Sie bei Menschen am meisten?
„Vor allem Opportunismus. Diese typischen Ja-Sager, die „Einschleimer“ mag ich einfach nicht. Und natürlich auch Faulheit, die ist mir ein Dorn im Auge.“
Was ist Ihre Lieblingsfarbe?
„Die gibt es nicht. In der Modebranche gibt es so viele verschiedene wunderschöne Farben und Strömungen. Privat kommt es gerade auf die Stimmung an.“
Wo ist für Sie der schönste Ort der Welt?
„Ich habe bisher schon unglaublich viele Orte auf dieser Welt kennen gelernt und will mich daher nicht festlegen. Für mich ist Brasilien genauso ein Paradies wie etwa Lech am Arlberg.“
Wo würden Sie am liebsten leben?
„Es gibt, wie gesagt, einige Paradiese auf dieser Welt, aber am liebsten lebe ich nun einmal in Linz. Ich bin gebürtiger und begeisterter Linzer und werde es wohl mein Leben lang bleiben.“
Ihre Lieblingsspeise?
„Eindeutig österreichische Hausmannskost. Schweinsbraten, Beuschel oder „G´hackknödel“ liebe ich. Aber auch italienische Nudelgerichte gehören zu meinen Favoriten.“
Lieblingsgetränk?
„Guter Wein. Vor allem ein Glas Rotwein, abends bei einem gemütlichen Kamingespräch.“
Lieblingsmusik?
„Die Musik der 60er und 70er Jahre, wie Beatles, Stones – Schlager, Rock´n Roll. Aber auch oö. Blasmusik höre ich gerne.“
Lieblingsliteratur?
„Fachliteratur, Psychologie aber auch Geschichtsliteratur finde ich unheimlich spannend.“
Hobbies?
„Manchmal Theater und Konzerte. Nicht nur mein Hobby, sondern meine größte Leidenschaft ist aber meine Firma.“
Sport?
„Selten und unregelmäßig Golf, regelmäßig und schon seit Kindheit an das Skifahren. Und ausgedehntes Wandern im Mühlviertel.“

